Donnerstag, 27. Juli 2006

Sommer, Sonne, Srand & Meer

BANGKOK - City of Angels



Frueh- morgens kamen wir in der Metropole an.
Gleich nach dem Verlassen des Flughafens spielte bereits eine Band. Blinde Musiker standen schon an der Strasse.
Die Stadt lebt... es gibt unzaehlige Moeglichkeiten hier seine freie Zeit zu verbringen. Wir erlebten meist Bangkok bei Nacht. Die Stadt der "gefallenen" Engel... v. a. wenn man nachts auf der Khaoson Road entlang laeuft.
Besonders ueberwaeltigend war die Fahrt mit der Hochbahn, welche direkt durch den Grosstadtdschungel der Wolkenkratzer fuehrt.




Ko Samui (Insel an der Ostkueste Thailands)
Kaum in Ko Samui angekommen setzten wir ueber zur Nachbarinsel Ko Pha Ngan fuer die Full Moon Party. Wahrscheinlich eine der groessten Trance-Goa-Partys, die es im Suedostaisiatischen Raum gibt.





Nach einem geschei- terten Mountain- bike-Ausflug liehen wir uns am naechsten Tag einen Scooter aus. Der Grandfather-Rock war eines von vielen was wir auf der Insel entdeckten.

Ausserdem trafen wir Jerome und seine Freundin wieder. Wir hatten beide bei einem WM-Spiel in Bangkok kennengelernt. Zufaelligerweise fanden wir uns auf Ko Samui auch noch am gleichen Strand wieder. Obwohl wir keinen Treffpunkt vereinbart hatten, und keiner vom anderen wusste wo er in Suedthailand hinreisen wuerde.

An einem der Abende liessen wir thailaendische Ballons steigen.

Krabi - Ao Nang Beach - Rai Leh Beach (Westkueste Thailands)








Ko Phi Phi


















D E L H I g h t

DELHI:
Wir steigen ins Flugzeug. Rickshaw-Fahrer verfolgen uns. Strassenhaendler rennen noch gierig hinter uns her. Selbst vor der Rollbahn machen sie keinen Halt. Einige kleben beim Abheben noch an der Scheibe. Lechzend nach den letzten Rupies!
Meine Vorstellung von Delhi aufgrund von verschiedenen Berichten. ;-)

Die letzten Tage in Indien verbrachten wir in Delhi. Wir fuhren nach ein paar entspannten Tagen in Manali ueber Nacht zur Hauptstadt Indiens. Als wir vormittags ankamen, war ich ersteinmal total ueberrascht. Wie man es in Indien schon so oft erlebt hatte, warteten bereits Unmengen Inder auf einen, um einen zu ueberzeugen, dass es am besten waere ihnen zu folgen i. B. auf Unterkuenfte,...
Wir stiegen aus, und es standen nur 2 Minibusse dort, die einen ins Zentrum bringen sollten. Wie ich kurzer Hand erfuhr, wurden wir 20 km ausserhalb Delhis abgeladen. Kein Wunder, dass alles noch so ruhig wirkte. Die Ruhe vor dem Sturm?
Wir waren gespannt was uns in der City erwarten wuerde, da wir von etlichen Reisebekanntschaften mitbekommen hatte, dass es GRAUENVOLL sei! Aufgrund verschiedener Berichterstattungen haetten wir am liebsten die Grosstadt umgangen, aber wir mussten ja schliesslich irgendwie auch wieder raus aus dem Land. Wir wurden oft beneidet, dass sich unser verschlafener Ankunftsflughafen in Goa befandt!
Im Zubringer-Bus hiess die Devise wieder 2 Personen 1 Sitzplatz. Als sich der Bus in Bewegung setzte und in die Wohngebiete Delhis rollte, steigerte sich mein Erstaunt-Sein. ALLES GRUEN!
Wir fuhren durch regelrechte Alleen! Ich konnte es nicht glauben. WOW! Das ist also Delhi?!?
Es gab fuer mich keinen Anlass nicht positiv ueberrascht zu sein. Selbst die kommenden paar Tage liessen mir meine Meinung nicht aendern. Vielleicht hatten wir in Indien auch zu viel gesehen, ... nichts konnte uns so schnell abschrecken!
Die erwartete Strassenverkaeuferflut blieb aus. Wo waren die nur alle? War es die Hitze? Der Monsoon hatte Verspaetung. Man machte die Wetterstationen dafuer verantwortlich... staendig wurde Regen prognostiziert, aber er blieb aus. Gluecklicherweise zeigte sich sogar bis zu unserem Abflugstag keine Regenwolke. Bomboy stand an diesen Tagen schon unter Wasser! Unvorstellbar! Ich genoss das Grosstadtflair, und Martin befuerchtete schon, dass er mit mir nach Delhi ziehen muesse. Endlich "offenes" Eis auf der Waffel essen zu koennen, nobel am Connor-Place dinieren gehen fuer schlappe 300 Rupies (6 Euro), Cocktails mit Eiswuerfeln zu schluerfen,...


Der letzte Abend hielt fuer uns noch eine besondere Ueber- raschung bereit. Nachdem ich besonders neugierig war, was sich nachts fuer eine Lichteroase mitten in Delhi befandt, landeten wir auf einer Hochzeit unter freien Himmel. Die Inder zeigten sich noch einmal von Ihrer gastfreundlichsten Seite und luden uns x-Mal ein, um auch am Bueffet teilzunehmen. Aber nachdem wir bei Mc Donalds fast das ganze Sortiment an vegetarischen Burger (andere werden in Indien nicht abgenommen!) durchprobiert hatten, war uns nach allem nur nicht essen. Schade, eigentlich...

Dienstag, 4. Juli 2006

Ein Inder sagt niemals NEIN

Die Subspecies Homosapiens India hat das Wort NEIN komplett aus seinem Wortschatz gestrichen. Er kennt nur noch die Woerter JA und VIELLEICHT. Es ist jedoch zu bedenken, dass wenn er JA sagt, er aber VIELLEICHT meint und wenn er VIELLEICHT sagt, er NEIN meint.
Ich hatte mich mal nach einem Bus erkundigt, und der "Beamte sagte, dass der Bus vielleicht faehrt. Ich bin wieder und wieder hin um das neueste zu erfahren. Beim 3. oder 4. Mal schnautzte er mich an: "I TOLD YOU, MAYBE IT IS DRIVING!" und konnte nicht verstehen, dass ich das als VIELLEICHT auffasste.

Was macht aber ein Inder, wenn er JA meint?
Er gibt keinen Laut von sich, bewegt aber den Kopf in Form einer liegenden 8. Wenn man das zum ersten mal sieht, wuerde man es eher mit einem VIELLEICHT oder einem NEIN identifizieren. Aber es heisst JA.

Ist doch ganz einfach, wenn man es mal verstanden hat.

Aber auch dann ist es sehr schwer richtige und gute Informationen zu erhalten. Die Inder sagen nie was sie von einem wollen. Sie versuchen einen immer durch irgendwelche Aussagen zu lenken. Wenn Sie im Bus am Fenster sitzen moechten, behaupten sie, es waere ihnen uebel. Und dann sitzen sie voller Freude und Gelaechter am Fenster, und es geht ihnen richtig gut.

Wenn man nach dem Weg fragt und sagt ob es dort vorne links ist, machen sie diesen JA-8er-MOVE. Und wenn man dann fragt ob es vorne rechts ist, machen sie dasselbe. Sie koennten niemals zugeben, dass sie etwas nicht wissen.

Sie sagen nicht die Wahrheit, sondern dass was man gerne hoeren moechte...


Dies betrifft nicht alle Inder aber nach meiner Einschaetzung ca. 95% und solange man hier nicht arbeiten und Termine einhalten muss, ist es ganz lustig. Aber auch dann kann es einen manchmal auf die Palme bringen.

Gegenseitiges Vertrauen fehlt wahrscheinlich der ganzen Menschheit und muesste zwar in Indien besonders, aber eigentlich in der ganzen Welt aufpoliert werden.

Sonntag, 2. Juli 2006

Spiti - NO PLACE FOR MEN

Rudyard Kipling describes Spiti in "Kim" in these words:
"AT LAST THEY ENTERED A WORLD WITHIN A WORLD - A VALLEY OF LEAGUES WHERE THE HIGH HILLS WERE FASHIONED OF THE MERE RUBBLE AND REFUSE FROM OFF THE KNESS OF THE MOUNTAINS... SURELY THE GODS LIVE HERE. BEATEN DOWN BY THE SILENCE AND THE APPALLING SWEEP OF DISPERSAL OF THE CLOUD SHADOWS AFTER RAIN, THIS PLACE IS NO PLACE FOR MEN."


Martin hat sich aufgrund der Kaelte aeusserlich etwas veraendert... wir hatten bei der Jeepfahrt nach Kaza (3600 m) im Kofferraum Platz gefunden.

Am gleichen Tag ging's abends weiter nach Kibber (4205 m), welches auch als hoechstes Dorf der Welt gilt. Aber irgendwann hiess es dann auch "Spiti Ade" und wir hatten wieder einmal einen 10 h Hardcore-Drive mit dem Localbus zurueck in die Zivilisation nach Manali.


Landslide Rodeo


Die Busfahrt im Himalaya war bisher immer ein einziges Abenteuer. Unsere Feldwege sind im Vergleich zu den dortigen reine Autobahnen. Es wird ueber StundeN ueber Schotter-/ Geroellpisten geschaukelt. Am besten ist es immer einen Platz in der Mitte zu ergattern, da auf den letzten Sitzplaetzen die Hebelwirkungen so gross sind, dass die Mitfahrenden sich einen Kindheitstraum erfuellen koennen, u. z. RODEOREITEN!

An dem Tag als wir von Nako nach Tabo fahren wollten, war ein Teil der Strasse verschuettet, da der 1/2 Hang herunterkam. Eine Planierraupe musste auf 3600 m Hoehe die Fahrbahn wieder VERSUCHEN auszugraben. Hinter uns standen schon 3 Punjabi-Jeeps (Punjab=reichstes Bundesland Indiens!) in den Startloechern. Dennoch durfte unser Bus zuerst ueber die Felsbrocken... ich dachte mir noch, dass es vielleich besser gewesen waere die Jeeps vorzuschicken...
Wenig spaeter hatte unser todesmutiger Busfahrer alle Jeeps abgehaengt, und wir bretterten auf der engen Strasse, die kein entgegenkommendes Auto vorbeilassen wuerde, um die Kurven, die gewunden waren wie ein Sauschwanz. Ab und zu erinnerten Schilder "Remember God", "Be mild on my curves", ... ans langsam Fahren.

Als wir uns vor ein paar Wochen auch auf einem Hoellenritt nach Chitkul ins Shangla-Valley befanden, stoppte der Bus ploetzlich bei einem Anstieg. Ein Saddhu (Guru) stieg in den Bus und sammelte Opfergaben (Geld), um dann allen Businsassen Zucker zu geben und das dritte Auge zu markieren. Mich erinnerte das in dem Moment eher an die letzte Salbung, so dass ich dankend darauf verzichtete.
Es war wie in einem schlechten Film... rechts ging's hundertE Meter in die Tiefe, es gab wieder einmal keinen Platz dem entgegenkommenden LKW auszuweichen. Es wurde zurueckgestaucht. Nachdem es nur noch 1 m vor dem Abgrund war, stoppte der Fahrer als ich zeitgleich ein "Stopp" ausschrie... ich hatte bei der Fahrt dummerweise den letzten Platz ganz aussen. Naja... wir leben noch!
Meines Erachtens haben die Himachal Pradesh Busfahrer wohl mit einen der gefaehrlichsten Jobs.

Der Tempelkomplex bzw. die darin enthaltenen Wandgemaelde in Tabo gehoeren zum World Heritage. Da aufgrund der Revolution in Tibet viele Wandmalereien zerstoert wurden, sind die Paintings aus Natursteinfarbe in Tabo weltweit einzigartig!

Nachdem wir in Tabo bei einer Familie wohnten, hatten wir die Gelegenheit das Fussballspiel Deutschland : Ecuador zu schauen.

Am naechsten Tag ging's weiter nach Dhankar...

Nako on the Hindustan-Tibetian Highway

Von Chitkul ging's ersteinmal wieder ueber die altbekannte Strecke zurueck nach Rekong Peo. Von dort aus nahmen wir den Bus nach Nako. Wir waren ziemlich ueberrascht als uns jemand beim Einsteigen in den Bus zurief: "I know you..."! Das war der Beginn einer "Reisefreundschaft". Wir hatten die gleichen Reiseziele im Kinnaur- u. Spiti-Valley, so dass wir seid dem Tag miteinander umherziehen. Florian kommt aus der Naehe von Heidelberg und wohnt schon seid 3 Jahren in Bombay, um neben Konzerten auch fuer Bollywood zu fiedeln.

Nako lag direkt an der ehemaligen Hindustanisch-Tibetischen Handelsroute, welche Kinnaur mit Spiti verbindet. Heute wird diese Strecke auch der "Hindustan-Tibetian HIGHWAY" genannt.

Wir machten am darauf- folgenden Tag einen Trek ins naechst- gelegene Dorf Tashigang. Nach 14 km als sich auch der Himmel zuzog und dicke schwarze Schnee-/Regenwolken aufzogen, erreichten wir das kleine verschlafene Dorf. Gluecklicher- weise erbarmte sich die Familie bei der wir anfragten, ob wir nicht eine Nacht bleiben koennten. Es gab "Zampa" (geroestete Gerste, die jeder nach Belieben in gesuessten Schwarztee untermischen konnte) und abends Spinatgemuese mit Chappatthi. Freundlicherweise ueberliess die Familie uns eines Ihrer 2 Schlafgemaecher, in dieses wir uns dann zurueckzogen, als sie mit dem offenen Ofen / Feuer die Kueche (Aufenthaltsraum) vernebelten.






Am naechsten Morgen war von der drama- tischen Wetterfront nichts mehr zu sehen, und wir nahmen gut gelaunt den Weg ins Tal um nach dem Abstieg den Bus zurueck- zunehmen.

Jedoch ziehte es sich laenger hin als erwartet. Auch der Fluss musste noch ueberquert werden mit einer "Cable-Bahn", so dass wir an der jeweiligen Kreuzung, an dem wir den Bus abfangen wollten, zu spaet waren. Es sollte kein Bus mehr an diesem Tag durchkommen, deswegen waren wir ziemlich erleichtert als wir wenige Minuten spaeter einen Jeep stoppen konnten, und der Fahrer uns bereitwillig auf der Ladeflaeche mitfahren liess.
Unser Abenteuer dauerte keine 10 min, und schon erreichten wir saemtliche Fahrzeuge stehend eingeschlossen unser Bus, da ein LKW wieder einmal nicht von der Stelle kam.




Wir schnappten unsere Rucksaecke und verstauten sie auf dem Dach des Buses.

Chitkul

Die Strasse nach Chitkul, der letzte Ort im Shangla Valley, fuehrte durch Kilppen und direkt am Abgrund entlang.

Die Strassenarbeiter hauen Steine aus dem Felsen und klopfen sie dann zu Quadern.














Der Himalaya- bergort auf 3500m Hoehe sieht noch nicht so viele Touristen und wirkt total friedlich.














Die Berge des Mount Kailash-Massiv ragen auf 5500 - 6000m. Die Blicke sind einfach gigantisch.



























posted by Martin

A JOURNEY to Scottland & Dalai Lama

Shimla erinnerte vom Stadtkern an Schottland. Der Einfluss der britischen Kolonien des 18. Jahrhun- derts ist immer noch ganz deutlich wahrzunehmen. Ich genoss das Gefuehl einfach einmal fernab von jeglichen Rickshaws und Autohupen zu sein.
Das Synonym zum deutschen Salem, welches den Affenberg beherbergt, ist Shimla. Die Stadt leidet unter einer Affenplage, die soweit ging, dass die Affen nach Tajikistan in Zoos verschifft wurden.

Auf unserem Weg zum Sangla-Valley, welches nicht nur im Jargon als "THE MOST BEAUTIFUL VALLEY OF THE HIMALAYA" bezeichnet wird, machten wir noch Zwischenstopp in Rekong Peo. Die Gelegenheit nutzten wir, um 2 Tagen den Teachings Dalai Lamas zu lauschen. Seine Heiligkeit hielt sich in Kalpa in der Naehe Rekong Peos fuer 4 Tage auf, um seine Lehre den Menschen dort naeher zu bringen.