Johny & Jeanne
Wir lernten in Thailand Johny kennen, der uns zu sich nach Hause in den Regenwald einludt. Wir nahmen vorher keinen Kontakt zu ihm auf. Ganz spontan machten wir uns an diesem Abend auf, um ihn zu besuchen. Die gesuchte Hausnummer 2365 A stand nirgends an. Als wir ein paar aufgeschnittene Kanister (Briefkaesten) mit 2365 B, C sahen; bogen wir in den Seitenweg ab. Wir waren uns nicht sicher, ob wir ueberhaupt richtig waren. Wir folgten nach einer weiteren Abzweiung dem Weg, der zunehmend schmaeler wurde und schliesslich ziemlich eingewachsen war. Ich meinte noch zu Martin, dass wir nicht richtig sein koennten, da bestimmt jemand die Buesche zurueckgeschnitten haette, wenn hier jemand wohnen wuerde. Wir kamen an ein Haus. Ich wollte gerade wieder zurueckstauchen, als Martin ein Licht sah. Nachts mitten im Dschungel verliessen wir unser Auto. Es war totenstill! Ich kam ausversehen auf die Hupe (wie so oft!). Mit dem einen Unterschied, dass niemand darauf reagierte.
Martin holt noch die Taschenlampe aus dem Van, und wir versuchen den Eingang zu finden. Wie Einbrecher schleichen wir ums Haus. Im Wohnzimmer brennt wirklich Licht. Der Kuechentisch steht voll, als wenn gerade jemand nur kurz im Bad verschwunden waere. Ich klopfe und rufe Johny. Niemand antwortet. Wir gehen zurueck zum Van und fahren ins naechst abgelegene Dorf Rosebank, das eigentlich nur aus einem Kiosk besteht. Wir uebernachten auf der gegenueberliegenden Strassenseite. Am Morgen bietet uns der Shopbesitzer Michael eine Dusche an. Die Sonne strahlt aus seinen Augen. Er bringt uns das Leben hier im Nirgendwo naeher, und ich finde es immer faszinierender!!!
Vormittags geht's zurueck zu unserem Gruselschloss. Wir halten vorne an den Briefkaesten an und ckecken an dem nicht beschrifteten Kanister. Auf den Briefen steht John's Name. Wir schauen nach dem Poststempel, um herauszufinden wie lange sie schon ausgeflogen sind. Vermutung war, dass sie wahrscheinlich nur fuers Wochenende weggefahren sind. Johny war immer noch nicht zu Hause. Das Licht brannte immer noch im Wohnzimmer. Wahrscheinlich hatten sie es absichtlich brennen lassen, um wirkliche Einbrecher nachts abzuschrecken.
Deshalb fuhren wir nachmittags zu den Minyon Falls, die ich vor 6 Jahren schon mit Mick (Aussie) besichtigte. Ob ich ihn in den letzten Wochen hier in Oz noch treffen werde, weiss ich nicht!
Zur Zeit herrscht in Australien eine Duerreperiode und das bekommen natuerlich die 200m hohen Wasserfaelle auch zu spueren.


Danach machen wir uns WIEDER EINMAL auf den Weg zu Johny. Wir halten vorne am Kanister an und finden alles unveraendert vor. Die Briefe liegen immer noch wo sie waren. Trotzdem fahren wir den mittlerweile altbekannten Weg durch den Bush. Als wir am Haus parken, sehen wir einen kleinen Van vorm Haus stehen. Dieses Mal sind wir erfolgreich. Als er mich sieht, ist er so von den Socken, dass er gar nicht weiss, was er sagen soll. Nach einer herzlichen Umarmung, stellt sich heraus, dass er auf dem Sprung nach Brisbane ist. Er erzaehlt uns, dass ein finnisches Paerchen, was er auch in Thailand kennengelernt hat, einen Unfall im nahen Border-Range National Park vor 3 Wo. hatte. Sie stuerzten mit Ihrem 4-Wheel-Drive 150 m ueber eine Klippe in die Tiefe. Angeblich kam das Unglueck staendig auf Ferseh- und Radiesendern. Beide ueberlebten seltsamerweise, obwohl dieses Jahr schon 2 andere beim gleichen Unfall ums Leben kamen. Australien hat gefaehrliche Strassen. Das Land ist wild. Johny macht sich bereit, um die beiden in der Klinik zu besuchen. Er bietet uns an, dass wir solange in seinem Haus bleiben koennen. Wir wissen das Angebot zu schaetzen. Dennoch zieht es uns weiter! Wir werden in einer Woche, wenn er wieder hier im Nirgendwo ist, zurueckkehren.

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