Donnerstag, 22. März 2007

Maupiti - Der Traum in der Südsee

"I'm dying!!", rufe ich dem Grossmaul von der Crew zu nachdem wir schon 20 h auf offener See hoch und runter geschaukelt sind. Er grinst mich nur frech an.
Unser "reiss aus von Tahiti" sieht so aus, dass wir die nächst beste Fluchtmöglichkeit nutzen. In unserem Fall ist es ein alter Fischerkutter der eigentlich nur noch als Transportmittel für... dient! Die Mannschaft ist vorm Ablegen schon betrunken.
Als Martin nachts seine Runde auf dem Dampfer dreht, findet er den Steuermann besoffen am Steuerrad vor. Neben ihm stehend der Kaptän, der sich schon festhalten muss und gar nicht mehr geradeaus schauen kann.
Mir wird's schlecht. Ich muss mich über die Reling übergeben. Zum Glück haben wir ein Plätzchen auf dem Deck zugeordnet bekommen. Gerade soviel Beinfreiheit, dass die Füsse schon Kontakt zu den Metallstangen haben, die uns vor dem grossen Blau trennen...
Martin ist total hingerissen von dem tiefen Ultramarinblau, welches aussieht wie vom Wassermalfarbkasten. Ehrlicherweise hatte ich ein solches blau auch noch nie vorher gesehen, jedoch interessierte mich das in dem Moment herzlich wenig.
Martin hat gut lachen, der alter Seebär!! ;-)
Die Privatinsel des Präsidenten von Tahiti, der angeblich in irgendwelche Drogen- und Mafiageschichten verwickelt ist, liegt auch noch auf der Strecke. Ich schiesse ein paar Fotos und befürchte schon dabei, dass gleich jemand sein MG herauszieht und auch schiesst.
Glücklicherweise erreichen wir unbeschadet nach 24 h Schaukeln unsere malerische Insel Maupiti.
Albert alias Elvis Presley kommt nach seinem bühnenreifen Strassenauftritt am nächsten Tag bei unserer Unterkunft vorbei und bringt uns Kokosnüsse frisch vom Motu (Islet; Inselvorlagerung?)Little Sunshine
Wir laufen abends zum Motu hinüber. Ein Rochen schreckt auf und düst davon.

Am Motu angekommen, schlagen wir ersteinmal unser Zelt auf. Es scheint recht friedlich zu sein.
Fernab von jeglicher Zivilisation, geteerten Strassen, Autos,...
eigentlich paradiesisch...
...wären da nur nicht die überaus neugierigen Krebse gewesen.
Kaum im Zelt verkrochen kamen sie wieder angewackelt und im Wechsel springen sie unser Zelt von vorne und hinten an. Einer fängt an am Fliegengitter herumzuzwicken und der nächste macht sich an der Zeltschnur zu schaffen.
Nach einigen Stunden wird es dann doch ruhiger um uns und wir schlafen ein. Jedoch dauert die "Ruhe vor dem Sturm" nicht lange. Ein Gewitter zieht auf.

Wir machen's uns am Strand gemütlich und...

...warten auf den Sonnenaufgang!
Am nächsten Tag waten wir wieder nach Maupiti und nehmen das nächste Schiff nach Bora Bora.