Sonntag, 30. April 2006

Frueher oder spaeter...

So langsam hatte ich genuegend Tempel gesehen. Somit war Wandern unser naechstes Ziel. Im Staat Gujarat gibt es einem 800m hohen Berg (Pavagadh Hill) gleich neben Champagner, von dem wir zufaellig erfahren hatten. Bei einer Zugfahrt dorthin haetten wir 4 mal umsteigen muessen. Also entschieden wir uns fuer den Sleeper-Night-Bus. Gut gekraeftigt, nach einem koestlichen Dosa, Puri und Thali in einem Einheimischen-Restaurant, was wir sehr haeufig taten, starteten wir die 14-stuendige Fahrt. Wir waren gut mit Wasser und Lebensmittel eingedeckt um die Zeit zu ueberbruecken. Aber mitten in der Nacht ging es los. Wir wurden nicht weiterhin von Durchfall und Uebelkeit verschont.
So lagen wir jetzt 3 Tage flach, sind aber mittlerweile wieder eingermassen auf der Hoehe.

Namaste Ellora!


Nun haben wir uns vor- genommen, mal Richtung Nord-Indien weiter zu reisen. Auf dem Weg dorthin moechten wir auf jeden Fall die Rock-Cut Caves von Ellora besichtigen. Leider gibt es von Hampi aus keinen direkten Zug dorthin, was uns zu einem Tag Aufenthalt in Hyderabad gezwungen hat. Als wir durch diese weitere Indische Stadt geschlendert sind begegnete uns Buddha in Uebergroesse. Er bewacht diese Stadt obwohl dort ueberwiegend Moslems wohnen.
In Hyderabad gibt es einen Tempel komplett aus Marmor. Leider durften wir den nicht fotografieren. Er wurde erst 1972 gebaut und ist so richtig schoen weiss.

Natuerlich gibt es in dieser Stadt wieder ungewoehnliche Strassen- verkaeufer. Es gibt nahezu nichts, was man sich nicht vorstellen kann. Auch wenn man mal Probleme mit den Dritten hat, kann man sich dort neue bereits geuebte Zaehen kaufen. Vielleicht hat er ja auch einen Kollega, der freiwillig fuer die Entfernung der alten Zaehne sorgt und hier von Kommision lebt.

Wir sind jedenfalls Abends wieder ohne fremdes Gebiss in unseren "Dritten Reich Zug" eingestiegen und nach Aurangabad weitergefahren. Von dort aus besichtigten wir Ellora.
7000 Hindus und Buddhisten meiselten dort vor ca. 1500 Jahren ueber einen Zeitraum von 150 Jahren 31 Rock-Cut-Caves und einen Rock-Cut Tempel, der groesste Monolith der Erde. 200.000 Tonnen Stein mussten sie nur fuer den Tempel entfernen. Es wurden in Tempel und Hoehlen Figuren ein- gehaemmert. Ich habe nur noch gestaunt, wie gross das Alles ist.





Aber, so schoen solche Bauwerke auch sind, man darf nicht vergessen, dass Sie, wie auch die Pyramiden, nur mit absoluter Unterdrueckung der Arbeiter hergestellt werden konnten, und das mindert die Faszination des Anblickes.
Ich stellte mir die Frage: Wenn man gegen die "Sklaverei" ist, ob man dann ueberhaupt eine Besichtigung mit gutem Gewissen machen konnte? Das laesst sich doch nicht vereinen!?

Mittwoch, 26. April 2006

Said goodbye to a part of our home!

Unsere Reise fuehrte uns weiter nach Cochin. Die Stadt ist auf mehrere Inseln verteilt. Fort Cochin erreichten wir mit einer Faehre. Dort kamen wir puenktlich zu einer hinduistischen Ceremonie. Geschmueckte Elephanten liefen dann im Trommelewirbel durch die Stadt. Es wurden Fruechte geweiht und an alle Anwesende verteilt.





Uli und Martina wollten es nun endlich wissen. Wie wuerden sie denn in so einem Saree aussehen? Die Antwort bekommt ihr an dieser Stelle gleich mitgeliefert...


In Indien ist es besser felxieble Reiseplaene zu haben. Wir wollten urspruenglich die Hill-Station Munnar besuchen. Nachdem nicht einmal das Auskunftspersonal am Bus-Stop wusste, ob der Bus fahren wuerde haben wir das Reiseziel nach Kumily verlegt. Die Bergkette der Western Ghats ist reich an Natur. Wir haben einen Wildlife Sanctury Park besichtigt. Die Baeume sind gewaltig und die Pilze wachsen aehnlich wie im Allgaeu. Elefantenscheisse scheint jedenfalls naehrstoffhaltiger zu sein als die von Kuehen.






Die indischen Plakatentferner scheinen ihren Job zum Fressen gern zu haben. Wo es unsereins beim Anblick des Plakates schon uebel wird, lecken die ganz munter darauf los.


Man mag sich vielleicht nicht vorstellen, dass in Kumily oefters das Wort "kalt" fiel, obwohl es nur auf 1200m hoehe liegt, gab es morgens sogar eine kalte Dusche!!! ...welche wir bisher im restlichen Indien vermissten.

(posted by Martin)


Wir haben die Zeit mit Uli & Alex sehr genossen. Frueh morgens um 5.45 hiess es dann leider Abschied nehmen.

Danke, dass Euch kein Weg zu weit ist!!

Seitdem warten wir eigentlich auf unseren naechsten Besuch. :-)
Anmeldung unter Martins-Home@gmx.de


ON THE ROAD

Von Kerala ging's ueber einen Pass nach Tamil Nadu. Martin kam bei der Serpentinen-Fahrt ganz besonders ins Schwitzen, da der Busfahrer immer viel zu spaet das Kurbeln anfing, obwohl die alte "Klapperkiste" nicht einmal eine Servolenkung hatte. Das Einzige was mich Vertrauen gewinnen liess zumindest in den Fahrer, waren die prominenten Unterarmmuskeln, die bei jeder Kehre foermlich hervorsprangen.

Nach 4 h erreichten wir Madurai um den den Sri Meenakshi Tempel zu besichtigen. Taeglich suchen 10.000 Touristen und Hindus die Pilgerstaette auf. Das Einzigartige an diesem Tempel sind die 4 Tuerme welche bis zu 50 m hoch sind. Besonders auffaellig wirken diese durch die farbenfrohe Pracht der Figuren welche die Vielfalt der ca. 43 Mio Hindu-Goetter darstellen!
Einer der Tuerme war einmal fuer die Oeffentlichkeit zugaenglich, aber nachdem sich waehrend der Kastenzeit immer wieder ungluecklich Verliebte in die Tiefe stuerzten, haben heute nur noch Priester das Privileg den Ausblick zu geniessen.


Nach 5 Wochen Indien ist es nichts mehr Aussergewoehnliches Ochsenkarren; Frauen, die am Fluss Waesche waschen indem zur gleichen Zeit Kinder und Urvieh baden; (Fahrrad-)Rickschas; Arbeiterelefanten;... zu begegnen. Aber dennoch ist es immer wieder amuesant Einblicke in den indischen Alltag zu bekommen wie in diese inische Kueche...




... oder diese Moebelspedition.



Nach Madurai ging's am gleichen Tag weiter nach Trichy. Als wir in den Bus einstiegen, ahnten wir noch nichts, was uns innerhalb der 3 h erwarten wuerde. Normalerweise suchten wir uns immer einen Platz in den vordersten Reihen um unser Gepaeck besser verstauen zu koennen. An diesem Tag blieb uns keine Wahl, und wir mussten die hinterste Sitzbank nehmen. Als nach einer Weile der Himmel Wolken verhangen war, und es zu regnen begann, merkten wir erst, dass der Bus keine Tueren hat. Somit sassen wir mit meiner Regenjacke zugedeckt, um das Schlimmste abzuwehren. Trotzdem fand ich die ganze Situation recht amuesant... ;-)
Tiruchirappalli (Trichy) glaenzt mit 2 aussergewoehnlichen Tempeln. Den Rock Fort Tempel zu erklimmen ueber 437 Stufen, welche in den Fels geschlagen sind, machte besonders viel Spass. Auf 83 m Hoehe hatte man auch einen wunderschoenen Ausblick ueber die Stadt.

Nachts gab es eine rasante und unermuedliche Fahrt mit dem Semisleeper-Bus nach Zentral Karnataka. Ich weiss nicht mehr wie oft es mich aus dem Sitz gehoben hat. Jedesmal wenn der Bus (offenbar ohne Federung!) ueber einen Speedbraker fuhr, hob der komplette Koerper vom Sitz ab und eine unsanfte Landung folgte...
Nach 14 h erreichten wir die sogenannte "Gartenstadt". Nachdem alle Hotels ausgebucht waren, die wir per Pedes angesteuert hatten, buchten wir sogleich die Weiterfahrt fuer kommende Nacht. In den 15 h schliefen wir im Botanischen Garten (das ist wohl auch das einzige was einem in BANGALORE an eine Gartenstadt erinnert!) und schlenderten auf der MG(Mahatma Gandhi)-Road, welche sehr amerikanisch angehaucht ist. Bei einem klassisch europaeischen Eiskaffee sitzend fing eine junge Frau im Sahree aufreizend das Tanzen an. Bei der Zurueckhaltung der indischen Frauen erschien es uns sehr ungewoehnlich. Nachdem Sie Ihre Vorstellung beendet hatte, kam Sie geradewegs auf uns zu. Vor lauter Schock bei dem Anblick einer "Transe" waren wir nicht einmal im Stande einen Rupee aus der Tasche zu ziehen.



Nach 8 h Durchschuetteln im Nachtbus erreichten wir das magische Dorf Hampi. Es ist beruechtigt fuer seine zig Tempelruinen aus dem 13. Jahrhundert. Mit 500.000 Menschen war Hampi frueher einmal eines der groessten Hindu Empirums Indiens. Wir verbrachten 1 Tag mit dem Besichtigen von Lotus Mahal, Elephant Stable,... per Mountain-Bike ohne Gangschaltung. Wir sassen gerade erst eine 1/2 h im Sattel und machten uns schon Gedanken wie unser Fortbewegungsmittel in Ex-Burma aussehen koennte... ;-)
Was uns aber wirklich ein Raetsel aufgab, waren die unzaehligen Berge bestehend aus riessigen Felsbrocken, die aufeinander "gestabelt" waren. Nicht einmal die Einheimischen wussten eine plausible Erklaerung dafuer. Uns faszinierte die mystische Landschaft so sehr, dass wir viel Zeit damit verbrachten manch ausbalancierte Steinbrocken zu bewundern.
Was man bei uns am Bodensee von "Menschenhand gemacht" im Kleinvormat begutachten konnte, gab es hier wie von "Gotteshand gemacht".

Mittwoch, 12. April 2006

Houseboating at Kerala's backwaters

Nach dem herzlichen Willkommen von Mintos ging's am naechsten Tag zu den Backwaters von Kerala. Die Backwaters sind ein riesieges Wassersystem von ca. 300km Laenge. Dort wohnen Manche dirket am Fluss und koennen nur die Wasserstrassen nutzen.

Auf diesem Hausboot, welches einen mehr an einen Palast als an ein Haus erinnterte, verbrachten wir 22 unvergessliche Stunden.





Wir hatten eine Crew von 3 Mann. Darunter befanden sich ein Koch, ein Maschinenspezialist und ein Steuermann.
Dieser Tag war auch Alex's 28. Geburtstag. Das wurde mit ein paar Kingfisher-Beer ordentlich gefeiert.



Alleppey with Mintos


In Alleppey we met Mintos, a friend of me from the internet. As he came into our hotel to pick us up we were busy with a kind of a photoshooting for the homepage of the hotel. I was a little surprised about myself that I couldn't make him out even though I had seen a picture of him. But as he walked straight away towards us there was no doubt: HE WAS MINTOS!! ;-)
It was really interesting what Mintos related us about India, the people and the culture. He showed us around the city and of course we got to see the beach too. Surprisingly nobody was swimming! Religion / tradition doesn't allow them (in particular the women) to show too much naked skin. I remembered how much fun it is catching up waves with a bodyboard and so on, therefore I felt real pity for the women clothed in Sahree. Although the women in India look always elegant like princesses.



In the evening Mintos took us to his home for dinner. I can't express how surprised we all were!!
His entire family provided us with so much different food that it's hard to remember the names of the dishes. OK, I'll attempt it:

I: fried dhal with chapatti and mixed salad
II: black fish in spicy crust
III: chicken masala with coconut-couli, hot spiced mango-chutney, fermented curd-sauce and
special indian rice
IV: butter scotch ice cream

Actually it's not possible to describe how great the meals tasted!! ;-) Like Indian tradition we ate with fingers only of the right hand. Astonishingly it's not that easy to do this with rice.

The hospitality of Mintos' family was a great experience.

THANK YOU MINTOS FOR THE AWESOME DAY WITH YOU AND YOUR FAMILY!

Dienstag, 11. April 2006

Uli & Alex




Einsam und eigentlich fast verlassen, wenn Uli & Alex nicht gekommen waeren, erlebten wir wunderschoene Strandtage im Sueden von Goa am Patnem-Beach! Wir hausten in Bambus-Huetten und hatten den Strand direkt vor der Tuer. Man mag es nicht fuer moeglich halten, aber wir hatten anscheinend nichts Besseres zu tun als am 1. Tag 6 Std. Canaster zu spielen sowie Sand & Meer zu geniessen.









Unterwuerfig zeigten sich die Wild-Hunde, wenn es ums Futter ging, ansonsten hatten sie aber die Herrschaft vom Strand, was sich durch gelegentliche Fights der Gangs bermerkbar machte.





Fischfang ist in dieser Region eine richtig grosse Sache. Erst rudert jemand mit dem Boot hinaus und legt ein ca. 100 m grosses Netz aus. Nach ein paar Std. sind ca. 40 Mann damit beschaeftigt das Netz wieder einzuziehen. Der Fang ist jedoch sehr spaerlich. Vielleicht gerade einmal 10 Fische waren zum filetieren. Die restlichen ca. 150 kg waren kleine Silberfische. Ein wirklich muehsames Unterfangen, aber schoen anzuschauen! :-)






Alex fiel es, glaube ich, am Schwersten den entspannten Tagen in unsrer Bucht den Ruecken zu kehren. Schliesslich wartete THE REAL INDIA auf uns, nachdem Goa eigentlich nur die abgespecke Light-Version ist.
Die Fahrt startete auf der Ladebritsche eines Mini-Transporters. Gut durchgeschuettelt ging es weiter mit einem Sleeper-Nightbus, der seinem Namen so gar nicht gerecht wurde. Am naechsten Morgen setzten wir die Fahrt mit einem Local-Train fort. Nach 24 Std. kamen wir endlich an unserem Zielort Alleppey in Kerala (Sued-Indien) an. (ca. 700 km)

Martin war ziemlich baff, als er beim Fruehstueck am naechsten Morgen sein "Paper Dosa" bekam. Wie der Name es schon sagt, ist es ein papierduenn-kross gebackener Pfannkuchen mit verschiedenen Dipsaucen.

Donnerstag, 6. April 2006

Nord-Goa

Mit dem Bus ging es weiter nach Vagator, dem Partystrand in Nord-Goa. Abends sind wir direkt auf ne Goa-Party gegangen. Ein DJ legte in einem Haeuschen auf, das aussah wie bei den Schluempfen, und lauter Partypeople huepften wild drumherum. Natuerlich im Freien bei 25 Grad mit allem, was zu so ner Party dazugehoert. Da haben wir unseren Fuessen richtig eingeheizt.






Wir haben uns dann ersteinmal am Strand eingelebt, was uns nicht besonders schwer viel.
Warum gibt es in Deutschland nicht so relaxte Baumhaeuser?








Die naechste Station war Baga. Dort ist es vom Tourismus ueberlaufen, und wir wollten dann am naechsten Tag gleich wieder weiter ziehen. Aber dann lernten wir ein paar Inder kennen. Mit denen sind wir dann mit dem Motorrad herumgecruist, haben auf dem Boden sitzend nach indischer Tradition mit den Fingern gegessen und natuerlich gefeiert.

Ausserdem nahmen wir gemeinsam ein Schlammbad mit Naturpeeling.


...eine wirklich spassige Truppe!








Uns ist aufgefallen, dass wir das Gepaeck optimieren muessen und Klamotten nach Hause schicken sollten. Also sind wir zum Post-Office in Panjim um das Packet zu versenden. Die schickten uns zu einem Shop um die Ecke, wo wir das Zeug einpacken lassen sollten. Der Besitzer schnitt extra einen Karton zurecht, klebte diesen zu, hat das Ding vermessen und schneiderte aus Leinenstoff inclusive Einsatz von Naehmaschine einen perfekt passenden "Anzug" fuer unser Paeckchen. Das ganze dauerte 1,5 Std, da er nebenbei noch zweimal nach Hause fuhr um uns Salz, Chilli, Cashewapfel und Garnelen zum Essen zu servieren. Das war ziemlich lecker!!




Die heilige Kuh in Indien hat wirklich Narrenfreiheit. Die laufen einfach ueberall frei herum, egal ob es am Strand, in der Stadt, den Geschaeften oder auf der Strasse ist. Die gehoeren einfach ins taegliche Bild. Und wenn sie gerade nicht von jemandem gefuettert werden, recyceln sie den Muell.
Auf "Tuchfuehlung" ist auch schon eine junge Kuh mit mir gegangen, indem sie mich in den Allerwertesten stubste, als ich mir gerade ne Zigarette anzuenden wollte.

WAS IST DAS?


Kaum aus dem Flughafen draussen, machten wir uns auf die Suche nach einer Bushaltestelle.
Schwer zu erkennen...

Welcome India

Nach 8 Stunden Flug angekommen in Goa, mussten wir natuerlich erst durch die Passkontrolle. Da wir auf unserem Einreiseformular kein Hotel angeben konnten, sagte Martina einfach zum Grenzbeamten: "Write what you want!", und grinste ihn frech an. Ich dachte, dass das bestimmt Probleme machen wuerde. Jedoch wurde der Wisch nach kurzem Zoegern ausgefuellt.